Sepp, in welchem Alter hast Du mit dem Tennisspielen begonnen?
Ich habe im Alter von 31 Jahren mit dem Tennisspielen begonnen.
Zusammen mit Hansi Linecker und Ferdinand Bernhofer haben wir einen Kurs in Mattighofen
gemacht. Das war noch auf einem Hartplatz. Danach wurde die Anlage in Hub (Mettmach)
eröffnet und wir sind dem Verein beigetreten. Dort habe ich meine mittlerweile
51-jährige Laufbahn gestartet.
Welches Spiel ist Dir am eindringlichsten in Erinnerung geblieben?
Ich erinnere mich an ein Match gegen Herbert Gadermeier, der für
Neuhofen gespielt hat. Er war der große Favorit gegen mich, aber am Ende konnte ich das
Spiel gewinnen. Noch besser erinnere ich mich an ein Spiel, bei dem mir bei allen Schlägern
die Saiten gerissen sind, ich 14 Matchbälle vergeben und dann noch verloren habe.
Welche Bedeutung hat die soziale Komponente?
Die soziale Komponente ist wahrscheinlich sogar die wichtigste im Tennis,
zumindest bei mir (lacht). Ich bin über die Jahre mit so vielen Leuten in Kontakt gekommen
und habe so viele Freunde beim Tennisspielen gewonnen — das ist unbezahlbar. Für mich ist
eines klar: Die Gaudi muss immer im Vordergrund stehen.
Ich kann mich gut an die Zeit in Hub erinnern: Da haben wir nach dem
einen oder anderen Bier kurz vor Mitternacht beschlossen, noch um ein Hendl zu spielen.
Wir haben dann der Irmi, der Wirtin, gesagt, sie soll die Hendl in den Ofen schieben, wir
kommen in einer Stunde — und der Verlierer muss bezahlen.
Dein Aufschlag ist gefürchtet. Warum ist er so gefährlich?
Ja, mein Aufschlag ist eine Waffe (kommt ins Schwärmen). Ich denke, die
großartige Mischung aus wenig Geschwindigkeit, etwas Schnitt und Nähe zum Netz macht ihn so
gefährlich. Es gab wenige Gegner, die damit wirklich umgehen konnten (lacht).
Du bist jetzt fast 82. Wie viele Jahre müssen Dich Deine Gegner noch fürchten?
Das kommt darauf an, wie lange mich die jüngeren Spieler noch mitspielen
lassen. Aber wenn es nach mir geht, möchte ich noch viele Jahre den Platz unsicher machen —
und auch das Vereinslokal (lacht). Jedenfalls fühle ich mich noch sehr fit!
40 Jahre TC Höhnhart: Was fällt Dir dazu ein?
Es war eine großartige Zeit. Ich kann mich gut erinnern, als wir von Hub
nach Höhnhart gewechselt sind bzw. als der Platz in Höhnhart erbaut wurde. Wick Brunnbauer
sen. war damals die treibende Kraft. Noch besser kann ich mich an die Platzerweiterung samt
Bau des aktuellen Vereinsheims erinnern. Da waren wir Alten stark eingebunden und haben viel
gearbeitet. Es hat aber auch großen Spaß gemacht.